Atemschutzübungsanlage FTZ Klockenhagen 03/2006

Am 8. Februar 2003 wurde die Feuerwehr Pruchten gegen 06.30 Uhr mit dem Einsatzstichwort "Rauchentwicklung Ferienobjekt Buntspecht" alarmiert.
Nach dem zügigen Ausrücken trafen die Einsatzkräfte am Ferienobjekt ein. Im ersten Moment war nicht ersichtlich, in welchem Gebäude es zur Rauchentwicklung kommt. Mehrere Kamerden begannen das weitläufige Objekt abzusuchen.
Mittels des durch eine Nebelmaschine erzeugten "Rauches", wurde das "Brandobjekt" gefunden. Durch die halboffene Tür des Küchentraktes des Veranstaltungsgebäudes drang starker Qual in´s Freie.
Erschwert wurde der Einsatz durch die noch herrschende Dunkelheit, durch den Frost und durch Schnee.
Da der Lagerverwalter nicht anzutreffen war und die Tür offen stand, ging der Gruppenführer davon aus, dass sich dieser noch im Gebäude befindet. Sofort wurde angewiesen, den Rettungsdienst zu alarmieren.
Bis zu diesem Zeitpunkt hatte noch keiner mitbekommen, dass es sich um eine Übung handelt!!



Der Angriffstrupp begann unter schwerem Atemschutz mit der Personensuche. Die Vernebelung des Objektes hatte so gut funktioniert, dass die Trupps ihre Hand vor Augen nicht mehr sahen.
Während dessen begann der Wassertrupp - eingesetzt als Rettungstrupp - mit der Ausleuchtung der Einsatzstelle. Gleichzeitig stellte der Schlauchtrupp die Wasserversungung zum nächsten Hydranten her und sicherte den Verkehr ab, da die Schlauchleitung eine Straße kreuzte.
Nach wenigen Minuten gab der Angriffstrupp per Funk die Lagemeldung "Person gefunden". Sofort wurden Trage und Erste-Hilfekasten bereitgestellt. Nachdem die Person aus dem Gebäude gebracht wurde, übernahm der Schlauchtrupp die Versorgung. Das "Opfer" hatte schwere Kopfverletzungen (dank Ketchup!!).Sofort wurde ein Kopfverband angelegt.




Da der Angriffstrupp bereits das Feuer gesehen hatte, begab er sich mit einem C-Rohr wieder in das Objekt und bekämpfte den Brand, dargetsellt durch meherere brennende Kerzen.
Während immer noch Null-Sicht herrschte, vernahm der Trupp Hilferufe aus dem Veranstaltungssaal. Da sich die 2. Person akkustisch bemerkbar machte, konnte sie in dem großen Saal relativ zügig geortet und gefunden werden.Als Zugangsmöglichkeit von der Küche in den Veranstaltungsraum stand nur eine kleine Luke, durch die der Trupp, nachdem er sie gefunden hatte, kriechen mußte, zur Verfügung. Die Rettung gestaltete sich allerdings etwas schwierig, da die Person völlig alkoholisiert war und sich nicht sehr kooperativ zeigte. Letztendlich gelang es den Einsatzkräften jedoch, die Person ins Freie zu bringen und übergab sie dem Schlauchtrupp.




Da die Luftvorräte dem Ende zu gingen, wurde der nächste Trupp ins Gebäude geschickt, da sich nach Auskunft eines Geretetten insgesamt 3 Personen im Gebäude befanden - das bedeutete natürlich, es muß weitergesucht werden!




Nach einiger Zeit wurde der Lagerverwalter in einem Abstellraum gefunden. Realistischer Weise muß man jedoch anmerken, dass hier höchstwahrscheinlich jede Hilfe zu spät gekommen wäre. Nach gut einer Stunde ging die Übung dem Ende zu. Trotz des kalten Wetters haben keine der Einsatzkräfte gefroren!




Auf dem obigen Bild ist sehr gut zu erkennen, wie effektiv der Einsatz einer Nebelmaschine ist. Hier wurde schon seit gut 15 Minuten mittels offener Fenster und einer Absauganlage im Dach belüftet, der Nebel hielt sich jedoch noch eine ganze Weile in dem Gebäude.
Nachdem alle Gerätschaften auf dem Fahrzeug verstaut waren, begaben sich die Teinehmer der Übung zurück zum Gerätehaus, wo vom Bürgermeister Herrn Wieneke, noch ein Frühstück spendiert wurde. Während dessen wurden auch schon einige Abschnitte der Übung besprochen und analysiert.





Insgesamt wurde die Übung sowohl vom Ablauf her also auch von den Einsatzkräften selbst als sehr gelungen bewertet.
Auf jeden Fall hat sich gezeigt, dass die in den letzten Jahren relativ intensiv durchgeführte Aus- und Fortbildung der Einsatzkräfte hier ihre Früchte getragen hat. Vom Szenario her ist ein Löschgruppe hier natürlich völlig an ihrer Leistungsgrenze angelangt. Aber eine Übung soll auch die Grenzen aufzeigen und natürlich auch alle anwesenden Einsatzkräfte voll fordern.

[Stand: 30.03.2003]